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Schiebetüren: Praktisch und Modern
1. Was sind Schiebetüren?
Schiebetüren sind Türen, die parallel zur Wand aufgeschoben werden. Durch den fehlenden Öffnungsradius eignen sie sich ideal für kleine Räume oder Bereiche, die voneinander abgetrennt werden sollen. Auch in großen Zimmern machen sich Schiebetüren gut: Eine zweiflügelige Schiebetür aus Holz oder im modernen Industrial-Design ist ein echter Blickfang.
Dabei gibt es im Wesentlichen zwei Schiebetürsysteme:
- Schiebetüren, die in der Wand laufen
- Sowie Schiebetüren, die vor der Wand laufen
1.1 In der Wand laufende Schiebetüren
Hier verschwindet die Tür beim Öffnen in einem Hohlraum in der Wand, sodass keine Wandfläche zum Öffnen ausgespart werden muss. In der Regel lässt sich diese Variante nicht nachrüsten, da sie zusammen mit der Wand geplant werden muss. Daher kommen Schiebetürsysteme dieser Art nur beim Neubau zum Einsatz, oder bei Renovierungsarbeiten, bei denen neue Wände geplant werden.
Dies ist allerdings die einzige Bauart, die dichtschließende Schiebetüren zulässt: Hier gibt es sogenannte Hebe-Schiebetür-Systeme. Diese sind unter Umständen auch als Außentür (wie etwa als Terrassen- oder Balkontür) geeignet.
1.2 Vor der Wand laufende Schiebetüren
Vor der Wand laufende Schiebetüren werden in der Regel hängend montiert, da sie so nicht auf unpraktische Bodenschienen angewiesen sind. Es gibt sie in zahlreichen Farben und Materialien, sodass du sie leicht auf Dekor und Bodenbelag abstimmen kannst. Möchtest du eine Putznische oder Ähnliches verbergen, kannst du auch eine Schiebetür in Wandfarbe anbringen, sodass sie in geschlossenem Zustand nicht hervorsticht. Je nach Material kannst du das Türblatt auch in der Farbe der Wand streichen: Dafür eignen sich nach Abschleifen und Grundieren zum Beispiel Innenfarben oder Lacke. Mehr Einsatzbeispiele für Schiebetüren haben wir in Abschnitt 2 für dich zusammengefasst.
Auf das restliche Dekor abgestimmt wertet eine Schiebetür die Inneneinrichtung auf und kann Durchgänge größer wirken lassen.
Aufbau und Funktionsweise
Bei modernen Schiebetüren wird über der Türöffnung eine Laufschiene montiert. In diese wird das Türblatt eingehängt und läuft mittels der sogenannten Laufwagen entlang der Schiene. Damit die Tür beim Schieben nicht pendelt, wird häufig am Boden ein unauffälliges Führungselement (wenige Zentimeter lang) befestigt. Zum Aufschieben ist das Schiebetürblatt noch mit einem Türgriff versehen. Manche Schiebetüren sind für bessere Dichtigkeit mit einem Bürstenprofil ausgestattet.
Vorteile von Schiebetüren
- geräuscharm, besonders mit Soft-Stop
- platzsparend, da kein Öffnungswinkel
- flexibel montierbar (Öffnungsrichtung)
- je nach Ausführung: lichtdurchlässig und dezent
- barrierefrei, da leicht zu öffnen
- große Auswahl an Stilen und Materialien
- dekorativ
- keine unpraktischen Bodenschienen
- lässt Durchgänge größer wirken
Nachteile von Schiebetüren
- nicht dichtschließend (luft- und schalldurchlässig)
- Wandfläche zum Öffnen nicht oder nur eingeschränkt nutzbar
Bei einer guten Schiebetür solltest du darauf achten, dass die obere Schiene mit einem Softstop-Mechanismus ausgestattet ist (auch Einzugsdämpfung genannt). Damit wird der Schwung beim Auf- und Zuschieben an den Enden der Laufschiene abgedämpft, was das Schlagen der Tür verhindert. Dies beugt Verschleiß vor und erhöht den Bedienungskomfort.
2. Beispiele für den Einsatz von Schiebetüren
Vor der Wand laufende Schiebetüren sind vielseitig einsetzbar. Wir haben einige Beispiele zur Inspiration für dich zusammengetragen:
Offene Durchgänge lassen den Wohnraum größer und heller wirken. Schiebetüren eignen sich besonders gut, wenn du eine Standard-Durchgangstür entfernen möchtest, aber nicht auf Sichtschutz oder Gemütlichkeit verzichten willst.
Mit hängenden Schiebetüren kannst du Bereiche abtrennen und verbergen, so etwa einen Garderobenbereich, Putznischen, Abstellkammern oder den Eingang einer Speisekammer. So bleiben diese Bereiche verborgen und dabei trotzdem leicht zugänglich. Eine Schiebetür ist jedoch preiswerter und platzsparender als eine herkömmliche Anschlagtür.
In einigen Fällen eignet sich eine Schiebetür auch, um Raum unter einer Treppe oder Dachschräge abzutrennen und somit einen abgetrennten Stauraum mit Sichtschutz zu schaffen.
Neben dem klassischen Verwendungszweck als Durchgangstür eignen sie sich auch, um Nischen oder Teile des Zimmers in einen begehbaren Kleiderschrank zu verwandeln. Abhängig vom Grundriss des Zimmers bieten sich hier unter Umständen deckenmontierte Schiebetüren an.
Hier bieten sich besonders verspiegelte Schiebetüren an, die neben ihrem praktischen Nutzen den Raum heller und größer wirken lassen.
Eine Spiegelschiebetür hat zusätzlichen Nutzen: Sie versteckt beispielsweise einen Abstellraum und lässt den Raum heller und größer wirken.
3. Maße und Materialien
Schiebetüren sind in einer Vielzahl an Größen erhältlich. Voraussetzung für die Montage ist ausreichend Wandfläche zum Aufschieben der Tür, sowie genug Platz über der Türöffnung, um die Laufschiene zu montieren. Bei Deckenmontage muss die Deckenhöhe ausreichend sein. Die benötigten Maße kannst du der Aufbauanleitung oder Beschreibung des jeweiligen Schiebetür-Modells entnehmen.
Achtung: Auch zur Wand muss genug Abstand gegeben sein – berücksichtige dabei die Tiefe der Sockelleisten und Steckdosen (falls vorhanden). Falls zuvor eine Schwenktür eingebaut war, musst du gegebenenfalls – je nach Optik und System – den alten Türrahmen beziehungsweise die alte Türzarge entfernen und verputzen.
Die richtige Größe finden
Türöffnungen von Zimmertüren sind nach DIN-ISO-Norm 18101 in der Regel zwischen 64,5 und 104 Zentimetern breit und 202 oder 214,5 Zentimeter hoch, wobei die Maße variieren können – je nachdem ob du eine alte Türzarge entfernen musst oder nicht. Nimm also erst nach dem Entfernen Maß. Falls du den Boden renovierst, rechne gegebenenfalls die Höhe des Bodenbelags mit ein.
Die gängigsten Schiebetürmaße (Breite x Höhe) sind
- 90 x 210 cm
- 120 x 210 cm
- Doppelte Türen: je 45 x 210
Jedoch sind Schiebetüren in vielen Breiten erhältlich. Die Höhe kann bei der Montage der Laufschiene meist noch etwas angeglichen werden.
- Breite Türen laufen stabiler: Türen, die du häufig bewegst, sollten mindestens so breit sein, wie die Hälfte ihrer Höhe
- Wähle die Türbreite im Zweifelsfall etwas größer, damit die Schiebetür im geschlossenen Zustand die Türöffnung vollständig abdeckt. Die Türbreite sollte optimalerweise 10 bis 15 Zentimeter breiter als der Durchgang sein
- Achte darauf, dass in Öffnungsrichtung genug Platz zum Aufschieben des Türblatts ist. Die benötigte Breite der gesamten Schiebetür findest du in der jeweiligen Montageanleitung.
- Bedenke die Höhe des Fußbodenbelags
- Achte auf ausreichend Platz über der Tür zur Montage der Laufschiene
Schiebetüren aus Holz gibt es nicht nur in rustikalem Stil.
Material
Die meisten Schiebetüren sind aus Holz, Glas, Kunststoff oder einem Materialmix:
- Schiebetüren aus Echtholz: Schiebetüren gibt es aus Massivholz oder mit Echtholzfurnier. Je schwerer die Tür, desto teurer wird jedoch eine gute Laufschiene.
- Schiebetüren aus Glas: Achte hier auf die Zertifizierung der Bruchsicherheit – es empfiehlt sich Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundscheibenglas (VSG). Für mehr Sichtschutz gibt es teil- und vollsatinierte Glasschiebetüren. Hier ist die Griffmuschel meist vormontiert.
- Schiebetüren aus Kunststoff: Diese sind einfach zu pflegen, sowie leichter als andere Schiebetüren.
Stil
Beim Stil des Türblatts steht dir eine große Auswahl zur Verfügung.
- Schiebetüren im Industrial Look aus Glas und Metall
- Schiebetüren im asiatischen Stil, zum Beispiel angelehnt an japanische Shoji-Türen
- Schiebetüren mit Zierleisten im gemütlichen Landhausstil
- rustikale Schiebetüren im Shabby-Chic oder Scheunentor Look
- einfarbige Schiebetüren für einen dezenten oder modernen Look
- Schiebetüren mit Motiv
- Schiebetüren mit Muster aus satiniertem und klarem Glas
Tipp: Meistens werden Schiebetürsysteme im Komplettset angeboten. Du kannst Beschläge und Türblatt aber auch separat kaufen – so hast du noch mehr Kombinationsmöglichkeiten und deiner Kreativität bei der Innengestaltung sind keine Grenzen gesetzt!
Schiebetürbeschläge (also Laufschiene und Laufwagen, sowie Griffe) gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen. Zu Holzschiebetüren passen etwa rustikale Metallbeschläge mit freiliegender Schiene, zu einer modernen Glasschiebetür hingegen eine schlichte Leiste, die das Schiebesystem verdeckt.
» Alle Beschläge für Schiebetüren ansehen
Freiliegende Metall-Beschläge sind ein Hingucker an sich. [Quelle: JuanM – stock.adobe.com]
An einigen Schiebetürsystemen können Insektenschutztüren oder Spiegeltüren befestigt werden. Eine weitere Art der Schiebetür ist die Schiebefalttür – Alle Falttüren findest du hier.
Auch Insektenschutztüren sind als Schiebetüren erhältlich.
4. FAQ
Wie breit soll meine Schiebetür sein? Eine Schiebetür sollte am besten mindestens 10 bis 15 Zentimeter breiter als die endgültige Türöffnung sein. Falls du eine Anschlagtür ersetzt, nimm Maß nachdem du den alten Türrahmen entfernt hast. Mehr Tipps zur Wahl der richtigen Schiebetürmaße findest du in unserem Ratgeber.
Sind Schiebetüren dicht? Nur Hebe-Schiebetürsysteme sind komplett dichtschließend, diese müssen aber in der Wand laufen und sind schwer nachzurüsten. Vor der Wand laufende Schiebetüren sind häufig mit Bürstenprofilen ausgestattet. Mehr über verschiedene Schiebetürsysteme erfährst du in unserem Ratgeber.
Worauf muss ich beim Kauf einer Schiebetür achten? Eine gute Schiebetür sollte mit einer Einzugsdämpfung (Soft-Stop) ausgestattet sein. Zudem sollte sie breit genug sein, damit sie stabil läuft. Schiebetüren gibt es in vielen Materialien und Ausführungen, sodass du sie perfekt auf deinen Stil abstimmen kannst. Mehr Tipps zur Wahl der richtigen Schiebetür findest du hier.


























