
Neoprenanzüge: Für mehr Spaß beim Wassersport
Neoprenanzüge bieten sicheren Schutz vor Kälte, Wind und UV-Licht: Wie du den richtigen Anzug zum Tauchen, Schnorcheln oder Surfen findest, erfährst du in unserem Ratgeber.
1. Neoprenanzüge – mehr als nur Taucheranzüge
Neoprenanzüge werden oftmals mit Taucheranzügen gleichgesetzt, doch die schützenden Hüllen aus dem flexiblen Material sind wahre Allrounder im Wassersport. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften lassen sich Neoprenanzüge in Nassanzug (Wetsuit), Trockenanzug (Drysuit) und Halbtrockenanzug unterteilen.
Ein typisches Beispiel für Drysuits sind Taucheranzüge für kalte Gewässer, während ein Wetsuit die ideale Wahl für das Surfen in warmen Regionen oder die Teilnahme an einem Triathlon darstellt. Die Funktionsweise sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten erklären wir dir im zweiten Kapitel.
Umweltfreundlicher Wetsuit aus Naturkautschuk von Patagonia
Bei Neopren handelt es sich um einen Markennamen der Firma DuPont für Chloropren-Kautschuk (CR). In der Alltagssprache bezeichnet Neopren synthetisch hergestellten Kautschuk, der unter anderem als Material für Bekleidung und Ausrüstung im Wassersport beliebt ist.
Hierfür wird der Chloropren-Kautschuk aufgeschäumt, wodurch kleine Blasen aus Stickstoff entstehen, die dafür sorgen, dass die Körperwärme in einem geringeren Maße an die Umgebung beziehungsweise an das Wasser abgegeben wird.
Besonders umweltfreundlich sind dagegen Anzüge, die größtenteils aus Naturkautschuk bestehen: Die Wetsuits der Reihe R1 Lite Yulex von Patagonia werden beispielsweise zu 85 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff gefertigt.
Neoprenanzüge eignen sich unter anderem für diese Sportarten:
- Tauchen
- Schnorcheln
- Schwimmen
- Wellenreiten
- Windsurfen
- Wasserski
- Wakeboarden
- Stand-up-Paddling
- Kitesurfen
- Kajakfahren
- Rafting
- Triathlon
Das Material Neopren stellt an Land beziehungsweise auf dem Surfbrett eine wichtige Barriere gegen das Auskühlen dar, die vor allem in windigen Gebieten wichtig ist. Chloropren-Kautschuk hält dich aber nicht nur warm, sondern schützt auch vor UV-Strahlen und Hautabschürfungen, wie sie beispielsweise bei Stürzen auf das Board möglich sind.
Im Wasser sinkt die Körpertemperatur noch schneller ab als an der Luft, was bereits nach kurzer Zeit unangenehm oder sogar gefährlich werden kann. Daher empfiehlt sich die Anschaffung eines Neoprenanzugs selbst für den Sport in vergleichsweise warmen Gewässern. Um eine ausreichende Isolierung zu gewährleisten, muss das Kleidungsstück jedoch richtig sitzen.
2. Wie finde ich den richtigen Neoprenanzug?
Bei der Suche nach einem Neoprenanzug solltest du verschiedene Aspekte berücksichtigen, über die wir dich in den folgenden Unterkapiteln informieren:
- Verwendungszweck: Sportart, Region und Temperatur
- Materialstärke: Wie viel Isolierung benötigst du?
- Passform und Größe des Kleidungsstücks
2.1 Typische Einsatzgebiete
Zunächst gilt es zu klären, für welche Sportart du den Schutzanzug benötigst, denn dank ihrer unterschiedlichen Eigenschaften eignen sich Nassanzug, Trockenanzug und Halbtrockenanzug für verschiedene Einsatzzwecke. Auch die Region und die jeweilige Wassertemperatur spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle.
Nassanzüge oder Wetsuits
Ein Nassanzug ist wasserdurchlässig, leicht und enganliegend. Im besten Fall fühlt er sich wie eine zweite Haut an und schränkt deine Beweglichkeit somit kaum ein. Diese Art des Neoprenanzugs ist ein klassischer Allrounder, der sich an warmen Tagen bei den verschiedensten Wassersportaktivitäten bewährt.
Merkmale von Nassanzügen:
- finden sich oft unter der Bezeichnung Surfanzug
- verhindern beim Surfen das Auskühlen, schützen vor UV-Strahlung und vor kleinen Verletzungen wie Hautabschürfungen
- isolieren die Körperwärme beim Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen in warmen Gewässern
- sind auch bei Triathleten, für das Stand-up-Paddling und auf Kajaktouren beliebt
Funktionsweise von Wetsuits
Die Wärmeisolation erfolgt bei Nassanzügen mithilfe des Wassers: Es läuft in den Anzug, wird durch den Körper erwärmt und verbleibt dort als Isolationsschicht, die vor dem kühleren Wasser in der Umgebung schützt. Um das zu gewährleisten, muss der Wetsuit sehr eng anliegen, da andernfalls zu viel neues Wasser eindringt. Da sich die Wasserzirkulation nicht vollständig verhindern lässt, empfiehlt sich die Verwendung von Nassanzügen nur in warmen Gewässern.
Auf dem SuP-Board ist der Schutz vor Sonne und Wind ebenfalls wichtig.
Trockenanzüge oder Drysuits
Trockenanzüge sind wasserundurchlässig, sodass du während des Schwimmens und Tauchens nicht nass wirst. Das Material wirkt besonders wärmeisolierend und ist damit selbst für die Nutzung in kalten Gewässern ausgelegt.
Die Nachteile im Vergleich mit Nass- und Halbtrockenanzügen sind zum einen der hohe Anschaffungspreis und Pflegeaufwand, zum anderen die geringere Flexibilität des Neoprens aufgrund seiner Dicke.
Neben den Drysuits aus Neopren werden auch Trockenanzüge angeboten, die aus anderen synthetischen Materialien bestehen. Sie liegen in der Regel weniger eng am Körper an, ermöglichen es, mehrere Bekleidungsschichten darunter zu tragen, und werden beispielsweise für das Stand-up-Paddling oder beim Kajakfahren im Winter verwendet.
Halbtrockenanzüge
Ein Halbtrockenanzug vereint das Beste aus beiden Welten, daher eignet er sich vorrangig für das Surfen, Schwimmen und Tauchen in lauen bis kühlen Gewässern. Er ist besser isoliert als ein Nassanzug und weist am Hals sowie an den Händen und Füßen doppelte Dichtmanschetten auf, die deutlich weniger Wasser einlassen, als dies bei Nassanzügen der Fall ist. Zudem verhindert er, anders als ein Trockenanzug, das Überhitzen – etwa, wenn ein Surfer über lange Zeit der Sonne ausgesetzt ist.
Tauchen mit dem Halbtrockenanzug
In einen Halbtrockenanzug zu investieren, lohnt sich vor allem, wenn du dir nicht zwei Anzüge (Wet- und Drysuit) anschaffen und trotzdem verschiedene Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung haben willst. Surf oder tauchst du beispielsweise während der warmen Monate in europäischen Gewässern, ist er eine ideale Wahl.
2.2 Materialstärke
Die Materialstärke ist für die Wärmeisolation von Neoprenanzügen von großer Bedeutung – je dicker das Neopren ist, desto stärker fällt die Wärmeisolierung aus, doch dabei verringert sich die Flexibilität. Daher gilt es, einen gelungenen Kompromiss zwischen Bewegungsfreiheit und Wärmeleistung zu finden. Neben der Sportart und den folgenden Richtwerten solltest du beim Kauf auch immer dein eigenes Temperaturempfinden berücksichtigen.
Die Angabe der Materialstärke erfolgt oft in Form von zwei Werten, zum Beispiel als „Wetsuit 3/2 mm“. Die erste Zahl bezieht sich dabei auf das Neopren am Torso, während die zweite über die Materialdicke an Armen und Beinen Auskunft gibt. Durch die unterschiedlichen Stärken des Neoprens wird eine ausreichende Wärmeisolierung an der Körpermitte sichergestellt, ohne dass die Beweglichkeit in den Extremitäten eingeschränkt wird.
Wie dick sollte das Neopren deines Anzugs sein?
- Beträgt die Wassertemperatur mindestens 25 Grad Celsius, benötigst du in der Regel keinen Anzug – setze stattdessen auf Boardshorts und Rashguards (lang- oder kurzärmliges Shirt aus schnelltrocknendem Material mit UV-Schutz) oder greife zu sportlich geschnittener Bademode.
- Zwischen 24 und 22 Grad Celsius empfiehlt sich zumindest ein Oberteil aus Neopren, das eine Dicke von 1 bis 2 Millimetern aufweisen sollte. Alternativ kannst du zu einem Shorty greifen, also einem dünnen Anzug mit kurzen Ärmeln und Beinen.
- Bei Temperaturen von 21 bis 18 Grad Celsius ist es ratsam, auf einen Neoprenanzug zurückzugreifen, der den ganzen Körper bedeckt. Diese auch Fullsuits oder Steamer genannten Kleidungsstücke sollten 2 bis 3 Millimeter dick sein.
- Zwischen 17 und 12 Grad gelten Steamer mit einer Stärke von 3 bis 4 Millimetern als gute Wahl, die mit Neoprenschuhen kombiniert werden.
- Bei Wassertemperaturen um 10 Grad Celsius sollten Anzüge mit einer Dicke von 5 bis 6 Millimetern getragen werden. Ergänzend dazu bieten sich Schuhe und eine Kapuze aus Neopren an.
Welche Materialstärke die richtige für deinen Neoprenanzug ist, hängt von der jeweiligen Wassertemperatur ab.
2.3 Passform und Größe
Ein Neoprenanzug sollte körpernah anliegen, damit die Wärmeisolierung gewährleistet wird, dabei aber nicht die Bewegungsfreiheit der Extremitäten einschränken. Besonders im Bereich der Schultern ist – unabhängig von der jeweiligen Sportart – ausreichend Flexibilität wichtig. Im besten Fall sitzt dein Anzug wie eine zweite Haut.
Meistens werden Neoprenanzüge mit den gängigen Konfektionsgrößen von XXS bis 5XL ausgezeichnet, einige Hersteller bieten zur besseren Orientierung jedoch eigene Größentabellen an. Zudem gibt es Zwischengrößen: Die Attribute T (tall) und S (small) werden zusätzlich zur regulären Größe angegeben und sorgen dafür, dass besonders große oder kleine Menschen ebenfalls den optimalen Wetsuit oder Drysuit finden.
- Wähle die richtige Größe: Ein Neoprenanzug muss vor allem beim ersten Tragen sehr straff sitzen, da er sich in der Regel noch weitet. Nur so stellst du sicher, dass die Wärmeisolierung gewährleistet ist. Bildet das Neopren Falten an Stellen wie den Achselhöhlen, den Kniekehlen oder im Schritt, solltest du den Anzug in einer kleineren Größe anprobieren.
- Der Halsabschluss sowie die Manschetten an Armen und Beinen müssen eng sein, um eintretendes Wasser auf ein Minimum zu reduzieren, sie sollten aber keinesfalls die Haut wund scheuern. Sitzt der Neoprenanzug passgenau, bleiben die Hand- und Fußgelenke frei.
- Ein Reißverschluss erleichtert den Ein- und Ausstieg in den Neoprenanzug. Am einfachsten gelingt das mit einem Back-Zip, der jedoch mehr Wasser einlässt und die Bewegungsfreiheit etwas stärker einschränkt als Modelle mit einem Front-Zip oder ohne Reißverschluss.
3. Die richtige Pflege
Damit du lange Freude an deinem Neoprenanzug hast, solltest du ihn entsprechend pflegen. Dazu gehört auch, dass du ihn vorsichtig an- und ausziehst, ohne am Material zu reißen oder es durch deine Fingernägel zu beschädigen. Sofern die trockene Haut davor eingecremt wird, um etwaiges Wundscheuern zu vermeiden, bieten sich ölfreie Lotionen an, da sie das Neopren nicht angreifen.
Auf die Waschmaschine solltest du bei der Reinigung deines Halbtrockenanzugs, Wet- oder Drysuits verzichten; stattdessen wird Handwäsche empfohlen. Hierfür sind spezielle Reinigungsmittel erhältlich. Beachte darüber hinaus immer die Pflegehinweise auf dem Etikett des Herstellers.
Weitere Pflegetipps:
- Spüle den Anzug nach dem Gebrauch im Meer mit Süßwasser aus, denn Salzwasser macht das Neopren langfristig spröde.
- Getrocknet werden Neoprenanzüge am besten auf links gedreht und an einem schattigen Ort, da pralle Sonne sich negativ auf die Haltbarkeit auswirken kann.
- Transportiere deinen Surfanzug nicht gefaltet, sondern aufgerollt, um porösen Stellen vorzubeugen. Gleiches gilt für die Aufbewahrung des Kleidungsstücks.
- Kleine Risse oder Löcher können mit einem Neoprenkleber repariert werden.
Eine schonende Reinigung erfolgt durch Handwäsche und mit speziellem Waschmittel.
4. FAQ
Wie finde ich den besten Neoprenanzug?
Wenn du auf der Suche nach einem Neoprenanzug bist, gilt es, mehrere Aspekte zu berücksichtigen. Zunächst solltest du klären, ob du einen Nassanzug (Wetsuit), Trockenanzug (Drysuit) oder einen Halbtrockenanzug benötigst. Diese Entscheidung triffst du am besten, indem du dir den Verwendungszweck vor Augen führst, also die jeweilige Sportart, Region und Jahreszeit. Auch die erforderliche Materialstärke des Neoprens hängt davon ab, daher findest du hier Richtwerte für verschiedene Wassertemperaturen.
Welche Größe sollte ein Neoprenanzug haben?
Ein Neoprenanzug sollte möglichst eng anliegen, damit die Wärmeisolierung gewährleistet wird, dabei aber nicht die Bewegungsfreiheit der Extremitäten einschränken. Besonders im Bereich der Schultern ist – unabhängig von der jeweiligen Sportart – ausreichend Flexibilität wichtig. Im besten Fall sitzt dein Anzug wie eine zweite Haut.
In der Regel kannst du dich an deiner normalen Kleidergröße orientieren, wenn du einen Neoprenanzug auswählst – er wird meist mit einer Konfektionsgröße von XXS bis 5XL ausgezeichnet. Darüber hinaus bieten manche Hersteller eigene Größentabellen an. Wenn du sehr groß oder klein bist, kannst du zu einer Zwischengröße mit dem zusätzlichen Attribut T (tall) beziehungsweise S (small) greifen. Hier findest du weitere Details.
Warum benötige ich beim Wasserskisport, Surfen oder Stand-up-Paddling einen Neoprenanzug?
Ein Neoprenanzug bewahrt dich vor dem Auskühlen – sowohl im Wasser als auch an Land beziehungsweise auf dem Board. Zudem schützt dich Chloropren-Kautschuk vor UV-Strahlen und kleinen Verletzungen wie Hautabrieb bei Stürzen oder dem langen Liegen auf einem Surfbrett. Im Wasser sinkt die Körpertemperatur schneller ab als an der Luft; wenn du frierst, ist das unangenehm und kann sogar gefährlich werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, dir selbst für Wassersportaktivitäten in relativ warmen Gewässern einen entsprechenden Wetsuit zuzulegen, beispielsweise einen kurzärmligen Shorty.




























